Sequencing-Batch-Reaktor (SBR) - Verfahren

Die kostengünstige Vorbehandlung von Abwasser gewinnt in den letzten Jahren vor allem für die Industrie zunehmend an Bedeutung. Die Abwasservorreinigung reduziert die Einleitgebühren und damit die Betriebskosten der Unternehmen. Im Vordergrund stehen hierbei platzsparende Verfahren, die an die oft stark schwankenden Abwasserströme variabel angepasst werden können. So hat sich in vielen Anwendungsbereichen wie z. B. in der Lebensmittelindustrie, in Molkereien oder Brauereien aber auch bei der Behandlung stark stickstoffhaltiger Abwässer das SBR Verfahren zur Vorbehandlung durchgesetzt.

Geringe Betriebskosten, einfache, wartungsarme Verfahrenstechnik und hohe Anpassungsfähigkeit an veränderte Zu- oder Ablaufbedingungen machen SBR-Anlagen als Vorbehandlungsanlagen attraktiv. Bei der Ausführung der Anlagen steht neben einer möglichst kostengünstigen Ausführung zumeist auch die Nutzung vorhandener Flächen. Bei engen Verhältnissen kann bei einer vertikalen Ausrichtung der Anlage mit platzoptimierter Aufstellung der Maschinentechnik die vorhandene Grundfläche optimal genutzt werden.

In den letzten Jahren werden SBR Reaktoren auch zur Vorbehandlung stark stickstoffhaltiger Teilströme wie z.B. Deponiesickerwasser, Abwasser aus Vergärungsanlagen sowie den Rückläufen aus der Schlammentwässerung von anaeroben Faulschlämmen auf kommunalen Kläranlagen eingesetzt. Hierbei steht die Entnahme der Stickstofffracht im Vordergrund. Durch den Bau einer biologischen Teilstrombehandlung auf kommunalen Kläranlagen kann eine Stickstoffüberlastung der Kläranlage wirkungsvoll entgegengewirkt werden. Dabei werden die Teilstrombehandlungsanlagen nicht nur mit der Zielsetzung der Nitrifikation eingesetzt, richtig interessant wird dieses Verfahren wenn eine Gesamtstickstoffentnahme notwendig wird.

SBR Verfahren
SBR zur Schlammwasserbehandlung - Containeranlage
Mit dem SBR Verfahren und der Ausführung als Containeranlage steht auch kleineren Kläranlagen ein finanzierbares Verfahrenskonzept zur Erweiterung bzw. Optimierung der Anlage bei Überlastung zur Verfügung. Mit einem relativ geringen Kostenaufwand - verglichen mit der Erweiterung der gesamten Beckenvolumina - kann die Ausbaugröße der Kläranlage durch den Bau einer separaten Teilstrombehandlungsanlage deutlich erhöht werden.

Die Nutzung von bekannten biologischen Prozessen und Maschinen erfordert keine besonderen Aus- oder Weiterbildungen an das Klärwerkspersonal.

Das SBR Verfahren als Stickstofffrachtsenke zeichnet sich durch eine besonders hohe Betriebsstabilität aus. Auch nach längeren Stillstandzeiten über z.B. Feiertagen oder Revisionszeiten an der Schlammentwässerung kann die Anlage relativ schnell wieder mit voller Belastung betrieben werden.
SBR Verfahren
Zwei SBR Reaktoren zur Schlammwasserbehandlung
Zur biologischen Vorbehandlung von Deponiesickerwässern werden - je nach Einleiteanforderungen - international auch SBR Reaktoren eingesetzt. Die geringen Investitions- und Betriebskosten und die Möglichkeit bestehende Becken oder Behälter nutzen zu können stehen dabei im Vordergrund. Wenn eine BSB5- und eine Stickstoffentnahme ausreichen und die Einleiteanforderungen nicht zu hoch gesetzt werden, ist das SBR Verfahren wirtschaftlich nicht zu schlagen. Auch bei der Behandlung von Abwässern aus Vergärungsanlagen werden SBR Reaktoren eingesetzt.

In der Lebensmittel- Getränke- und milchverarbeitenden Industrie macht neben dem geringen Platzbedarf die in hohem Maße flexible Anpassungsfähigkeit der Anlage an Kampagnenbetrieb, 5-Tage-Wochen, Revisionsstillstände oder ähnliches das SBR Verfahren interessant. Mit SBR-Anlagen können die Betriebskosten auch bei Teillastbetrieb optimal an die Zulaufbedingungen angepasst werden. Damit wird eine hohe Wirtschaftlichkeit der Anlage gewährleistet.

SBR Verfahren
SBR Anlage zur industriellen Abwasserbehandlung