Adsorptionsanlagen

Zur Entnahme von nicht abbaubaren CSB oder der adsorbierbaren halogenierten Kohlenwasserstoffen (AOX) kommen Aktivkohleadsorptionsanlagen zum Einsatz. So wird zum Beispiel ein Abwasser aus der Medikamentenherstellung mit einer Verfahrenskombination aus Biologie und Aktivkohle behandelt, um endokrin wirksamen Substanzen sicher zu entfernen. Bei einem chemischen Betrieb wird die Aktivkohle zur Entfernung von nicht abbaubaren CSB eingesetzt. Eine weiterere Anwendung ist die Reinigung von Sickerwasser aus Deponien.
Aktivkohle
Aktivkohle
Die Adsorption von organischen Verunreinigungen basiert auf physikalischen Prozessen an der Oberfläche der Aktivkohle. Aufgrund eines stark ausgebildeten Porensystems hat Aktivkohle eine sehr große innere Oberfläche. Dabei stellt das Konzentrationsgefälle des zu adsorbierenden Stoffs die treibende Kraft dar. Bei Erreichen der Grenzbeladung wird die Aktivkohle der Anlage entnommen und durch frische Aktivkohle ersetzt.

Die WEHRLE Umwelt GmbH setzt Aktivkohleanwendungen sowohl zur Reinigung von Abwasser, als auch zur Nachbehandlung von biologisch vorbehandeltem Abwasser ein.

Eine biologische Vorbehandlung des Abwassers, idealerweise durch Abtrennung der Biomasse mittels Membran (Membranbioreaktor), bewirkt eine höhere Beladung der Aktivkohle und damit einen wirtschaftlicheren Betrieb der Anlage.


Erschöpfte Aktivkohle kann vom Lieferanten der Kohle reaktiviert werden. Damit steht die Aktivkohle erneut zum Einsatz beim Kunden zur Verfügung. Eine Entsorgung von problematischen Reststoffen entfällt bei dieser Verfahrensweise.

Um eine optimale Nutzung der Aktivkohle zu gewährleisten und die für die Adsorption notwendige Kontaktzeit sicherzustellen, werden mehrere Behälter in Serie geschaltet. Die Serienschaltung ermöglicht die komplette Beladung des ersten Behälters ohne Überschreitung der Grenzwerte für CSB und AOX im Ablauf des letzten Adsorbers.

Nach vollständiger Beladung wird die erschöpfte Aktivkohle aus dem ersten Behälter entnommen. Anschließend erfolgt eine Umkehrung der Fließrichtung, so dass sich der Behälter mit der frischen Aktivkohle immer am Auslauf der Anlage befindet. Durch diese Betriebsweise werden niedrige Ablaufkonzentrationen bei geringstem Verbrauch von Betriebsmitteln sichergestellt.

Aktivkohleadsorber
Aktivkohleadsorber
Zur Dimensionierung einer Aktivkohleanlage werden zunächst in unserem Labor Aktivkohle-Isothermen erstellt. Diese geben eine Aussage über die Erreichbarkeit der Grenzwerte. Versuche mit Aktivkohlesäulen vor Ort können die Ergebnisse bestätigen und den genauen Aktivkohleverbrauch ermitteln.

Adsorptionsanlagen
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