BIOMEMBRAT® plus-Verfahren

Die WEHRLE Umwelt GmbH setzt das BIOMEMBRAT® plus Verfahren bei direkteinleitenden Betrieben mit hohen Einleiteanforderungen sowie bei Wasserrecyclingsanlagen ein.

Im Abwasser sind häufig Inhaltsstoffe enthalten, die mit biologischen Verfahren nur unzureichend entnommen werden. In diesem Falle wird eine physikalisch chemische Behandlungsstufe nachgeschaltet. Die Wirtschaftlichkeit dieser Verfahren nimmt mit steigender Anforderung an den Ablauf ab. So steigt z.B. der Aktivkohleeinsatz bei sehr hohen Ablaufqualitäten deutlich an. Auch Verfahren der chemischen Oxidation benötigen einen deutlich erhöhten Einsatz an Oxidationsmittel, je niedriger die geforderte Restkonzentration sein darf.

Niedrige Ablaufkonzentrationen bei hoher Prozesstabilität werden entweder bei direkt einleitenden Anlagen oder bei Anlagen mit Brauchwasserecycling gefordert. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wurde mit dem BIOMEMBRAT® plus Verfahren eine Technologie entwickelt, die diese Anforderungen bei einem hohen Maß an Wirtschaftlichkeit erfüllt.

BIOMEMBRAT® plus-Verfahren
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Das BIOMEMBRAT® plus Verfahren ergänzt ein Membranbioreaktorsystem mit einer nachgeschalteten Nanofiltration. Dort werden die biologisch nicht abzubauenden Inhaltsstoffe aufkonzentriert. Das gereinigte Abwasser (Permeat) wird direkt abgeleitet oder kann zur Wiederverwendung eingesetzt werden. Das in der Menge geringe aber hochbelastete Konzentrat wird im Nebenstrom einer physikalisch chemischen Behandlung unterzogen. Nach Behandlung wird das Konzentrat wieder dem Biologiezulauf zugegeben, so dass ein geschlossener Kreislauf entsteht. Die physikalisch chemische Stufe hat in dieser Anordnung nicht mehr die Aufgabenstellung der Einhaltung niedriger Ablaufkonzentrationen. Ziel ist eine möglichst wirtschaftliche Frachtentnahme.
BIOMEMBRAT® plus-Verfahren
Oxidationsanlage zur Konzentratbehandlung
Aufgrund der höheren Ausgangskonzentration und der fehlenden Ablaufanforderungen können in dieser Anordnung hohe Frachten deutlich kostengünstiger entnommen werden. So können z.b bei einer Aktivkohleadsorption aufgrund der höheren Beladung die Betriebskosten dieser Stufe um 50 bis 70 % reduziert werden. Auch bei einem Oxidationsprozess ist der Oxidationsmitteleinsatz aufgrund der hohen Ausgangskonzentrationen deutlich reduziert. Durch die chemische Oxidation erfolgt eine Umwandlung der schwer abbaubaren Stoffe in leicht abzubauende niedermolekulare Inhaltsstoffe, die in der vorgeschalteten Biologie wieder abgebaut werden können.
BIOMEMBRAT® plus Anlage
BIOMEMBRAT® plus Anlage zur Deponiesickerwasserreinigung (Rems Murr Kreis)
Bei Deponiesickerwasserreinigungsanlagen ist das BIOMEMBRAT® plus Verfahren ein reststofffreies Verfahren, bei dem keine hohen Konzentratmengen entsorgt werden müssen. Gerade direkteinleitende Deponien stellen hohe Anforderungen an die Einleitqualität und die Betriebsstabilität, die dann zumeist nur mit Membrantechnik (Umkehrosmose oder Nanofiltration) zu erreichen ist. Da allerdings die Konzentrate aus Membrananlagen nur in Ausnahmefällen auf dem Deponiekörper zurückgeführt werden dürfen, entstehen aus der Konzentratentsorgung erhebliche Betriebskosten. Mit dem BIOMEMBRAT® plus Verfahren steht ein Verfahren zur Verfügung, dass die Anforderungen an Einleitequalität und Prozesstabilität erfüllt und gleichzeitig minimale Reststoffentsorgungskosten aufweist.